sicherheitstipps fasching 2012 01Jahreswechsel steht bevor - Arbeitsreiche Nacht für Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst

Unterfranken/Würzburg - Silvester steht vor der Tür und die Vorbereitungen laufen. Die Einen planen große Feiern, um das Jahr gebührend zu begrüßen. Die Nächsten sind vielleicht schon am überlegen, welches Feuerwerk sie um Mitternacht zünden werden. Die Feuerwehren und die Polizei möchten den Zeitpunkt nutzen, um ein paar Gedanken und Tipps mit an die Hand zu geben, damit das mit dem „guten Rutsch“ auch für alle gelingt.

Arbeitsreichste Nacht des Jahres für die Feuerwehren

Brennende Balkone, Wohnungen oder gar Häuser, Rettungsdiensteinsätze und witterungsbedingte Unfälle: Den 1,3 Millionen Feuerwehrangehörigen in Deutschland steht zu Silvester die arbeitsreichste Nacht des Jahres bevor. „Den Großteil der Einsätze in dieser Nacht machen Brände aus“, berichtet Frank Hachemer, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV). Zumeist seien diese durch unachtsamen Umgang mit Feuerwerkskörpern verursacht.

„Nicht geprüfte Knallkörper, illegal eingeführt oder auch selbst gebastelt, stellen eine besondere Gefahr dar“, warnt Hachemer. „Vor allem Minderjährige sind von Feuerwerkskörpern fasziniert. Erwachsene sollten daher mit ihren Kindern über die Gefahren reden“, fordert der DFV-Brandschutzexperte. Wer umsichtig und verantwortungsvoll mit Böllern umgehe, könne als Vorbild so manche schwere Verletzung verhindern.

Hochbetrieb bei der Polizei

Für die Unterfränkische Polizei heißt Silvester wie in jedem Jahr Hochbetrieb. Die Schichten der einzelnen Dienststellen werden verstärkt im Dienst sein, um auf alle anfallenden Einsätze in Stadt und Landkreis vorbereitet zu sein. Und erfahrungsgemäß wird die Zahl der Einsätze hoch sein. In der Neujahrsnacht von 2016 auf 2017 gab es für die Unterfränkische Polizei mehr als 100 Einsätze mit direktem Bezug zu Silvester. Bis 24:00 Uhr waren 70 Einsätze zu verzeichnen, danach mussten die Ordnungshüter bis 07:00 Uhr weitere 241 Mal anrücken, oft zu Streitigkeiten, Sachbeschädigungen und zur Unterstützung des Rettungsdienstes.

Gerade wenn Feiernde den Genuss von Alkohol übertreiben, kann dies zu Problemen - für sich und andere - führen. An mancher Stelle kommt es durch die enthemmende Wirkung zu Gewaltstraftaten wie Körperverletzungen oder Sachbeschädigungen. Andere geraten durch den Alkohol in eine hilflose Lage und benötigen folglich medizinische Versorgung durch den Rettungsdienst. Den Jahreswechsel möchte wohl niemand im Krankenhaus starten. Deshalb appellieren wir auch an alle Eltern, den Alkoholkonsum ihrer Sprösslinge möglichst im Blick zu haben. Denn insbesondere Jugendliche sind in den Silvesternächten der vergangenen Jahre häufig stark alkoholisiert aufgefallen und mussten ihren Eltern in desaströsem Zustand übergeben und teilweise wegen einer Alkoholvergiftung in Kliniken betreut werden.

Leider kommt es „alle Jahre wieder“ trotz der regelmäßigen Warnung im Vorfeld an Silvester zu schweren Unfällen, wie zum Beispiel Verbrennungen und Verletzungen, weil Feuerwerkskörper nicht nach Gebrauchsanleitung verwendet beziehungsweise illegale oder selbstgebaute Silvesterböller abgebrannt werden. In diesem Zusammenhang weist das Polizeipräsidium noch einmal darauf hin, nur pyrotechnische Gegenstände zu verwenden, die auf ordnungsgemäße Funktionalität geprüft wurden. Nicht zugelassene Feuerwerkskörper aus Osteuropa können mitunter sehr gefährlich sein. Lassen Sie von diesen teils günstigen aber auch unberechenbaren Böllern unbedingt die Finger!

Nur geprüftes Feuerwerk!

Geprüftes Feuerwerk ist gekennzeichnet mit eine Registrierungsnummer und dem CE-Zeichen in Verbindung mit der Kennnummer der Prüfstelle. Auf dem Etikett ist auch die Einstufung in eine der beiden Kategorien erkennbar. Kategorie I steht für Kleinstfeuerwerk wie Boden- und Tischfeuerwerk sowie Wunderkerzen und darf auch an Personen unter 18 Jahren abgegeben werden. Die Kategorie II steht für Kleinfeuerwerk und umfasst die gängigen Raketen, Feuertöpfe, Knaller, Fontänen usw. Dieses Feuerwerk darf erst ab 18 Jahren erworben werden. Der Verkauf von Feuerwerk startet in diesem Jahr am 29.12.2017. Die Feuerwerksartikel dürfen jedoch nur am 31.12.2017 und 01.01.2018 im Normalfall ganztägig abgebrannt werden.

Zu beachten sind außerdem entsprechende Regelungen, die von Städten und Gemeinden verhängt werden können, z. B. ein Abbrennverbot von Pyrotechnik an bestimmten Plätzen. Das Zünden von Feuerwerk oder sonstigen pyrotechnischen Gegenständen in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen ist aus Gründen der Rücksichtnahme grundsätzlich untersagt.

Und noch ein wichtiger Hinweis: Wer pyrotechnische Gegenstände zünden möchte, sollte dies nicht alkoholisiert tun. Die polizeiliche Erfahrung zeigt uns, dass so viele unnötige Unfälle und Verletzungen vermieden werden können. Feuerwerk der Kategorie II gehört auf keinen Fall in Kinderhände, und selbst bei Kleinstfeuerwerk der Kategorie I sollte immer ein Erwachsener mit dabei sein und jederzeit helfend eingreifen können.

Wer an Neujahr mit einer Schreckschusswaffe schießen möchte, braucht eine Schießerlaubnis nach dem Waffengesetz. Wer pyrotechnische Gegenstände mit derartigen Waffen ohne Erlaubnis verschießt, begeht somit einen Verstoß nach dem Waffengesetz. Das Führen einer solchen Waffe ohne Waffenschein steht ebenfalls unter Strafe.

Und zuletzt noch eine dringende Bitte der Polizei: Lassen Sie nach dem Konsum von Alkohol unbedingt das Auto stehen. Auch wenn Sie glauben, „nur wenig getrunken“ zu haben oder „noch fit“ zu sein. Wer im Vorfeld schon plant, wie er sicher auch ohne Auto nach Hause gelangt, kommt gar nicht in Versuchung. Im Zweifelsfall ist ein Taxi die bessere Wahl, um unfallfrei nach Hause zu kommen.

Acht Tipps des Deutschen Feuerwehrverband für eine möglichst sichere Silvesterfeier:

  • Feuerwerkskörper und Raketen sind „Sprengstoff“. Lassen Sie Jugendliche unter 18 Jahren nicht damit hantieren.
  • Beachten Sie unbedingt die Gebrauchshinweise der Hersteller. Mit wenigen Ausnahmen ist eine Verwendung von Feuerwerk in geschlossenen Räumen verboten.
  • Zünden Sie Feuerwerkskörper nur dort, wo dies auch erlaubt ist. Das Abbrennen der Böller in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen ist untersagt. Dieses Verbot gilt auch für Fachwerk- und Reetdachhäuser. Beachten Sie örtliche Regelungen!
  • Nehmen Sie nach dem Anzünden einen ausreichenden Sicherheitsabstand ein. Werfen Sie Feuerwerkskörper und Raketen nicht blindlings weg – und zielen Sie niemals auf Menschen. Zünden Sie nicht gezündete Feuerwerkskörper (Blindgänger) niemals noch einmal.
  • Stellen Sie auf keinen Fall Feuerwerkskörper selbst her. Hierbei kann es zu schwersten Verletzungen kommen!
  • Bewahren Sie Feuerwerkskörper so auf, dass keine Selbstentzündung möglich ist. Tragen Sie Feuerwerk niemals am Körper, etwa in Jacken- oder Hosentaschen.
  • Schützen Sie Ihre Wohnung in der Silvesternacht vor Brandgefahren. Entfernen Sie Möbel, Hausrat und andere brennbare Gegenstände von Balkonen und Terrassen. Halten Sie Fenster und Türen geschlossen.
  • Wählen Sie bei einem Brand oder Unfall sofort den Notruf 112. Nur eine schnelle Meldung bietet Gewähr für effektive Hilfe. Die Polizei erreichen Sie unter der Notrufnummer 110.

 

 

Der Kreisfeuerwehrverband Würzburg e.V., sowie das Polizeipräsidium Unterfranken wünschen allen eine schöne Silvesternacht, einen „guten Rutsch“ und vor allem einen gesunden Start ins neue Jahr.

 

Dieser Bericht beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidium Unterefranken, sowie Presseinformation Nr. 64/2017 des Deutschen Feuerwehrverbandes.

 


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